WM’11 Deniz Yücel Fußballgott

Liegt es einfach nur an seinem grandiosen Pornobalken oder wieso haben seine taz-Kolumnen es mir derart angetan?
Nach der gestrigen Enttäuschung nun so ein Artikel: „Schämt euch ihr Schlampen!“. Kerstin Schlampefrekes, Celia Schlampyino da Schlampi, Lira Schlamparaj usw. Erstaunlich: sie alle kriegen sein Fett weg bis auf Melanie Behringer (zurecht!) und v.a. meine geliebte Alexandra Popp. Oder ist der Name Popp an sich schon schlampig genug? Wie auch immer, weitaus amüsanter als seine Satire sind wie immer die zahlreichen Leserkommentare, die sich in zwei Gruppen teilen: die Einen, die das Ziel der Satire erkannt haben und demenstprechend loben oder kritisieren und die Anderen, die von Grund auf mit einem phallusförmigen Gegenstand in ihrem Gesäß leben. Die zwei größten „Kritikpunkte“ der Phalluisten: Sexismus und Bild-Niveau. (Häh, Sexismus und Bild-Niveau in der taz?!)

Yücel du Sexist!
Nun gut, „Schlampe“ gesellt sich wohl zu „Nigga“ und „Schwuchtel“, als Selbstreferenz anerkannt, doch wehe einE AußenstehendeR benutzt einmal eins dieser Wörter. Dann ist mächtig was los: Sexismus, Rassismus, The Rasmus, Homophobie (Mist, wieso heißt es nicht Homophobismus). Wer jedoch etwas genauer nach Yücel stalkt wird in den Tiefen des Internets auf diesen herrlichen Artikel stoßen: „Schämt euch, ihr Gurken!“. Entdeckt man da etwa einige Parallen und damit eine Gleichbehandlung der Geschlechter? (Wobei man darüber diskutieren kann inwiefern Schlampen und Gurken vergleichbar sind.)

„WIR hatten einen Traum: IHR habt mit EURER Schlamperei UNSEREN Traum vermasselt, vergeigt, vergurkt, verschlampt, zerstört, getötet, abgeschlachtet, vernichtet!“ vs. „WIR hatten einen Traum […] IHR habt ihn versaut, vergeigt, verbockt, verdurben, vergurkt!“

„Célia Schlampyino da Schlampi (23): Wer hat da beim DFB geschlampt? Wieso darf DIE überhaupt für UNS spielen?“ vs. „Mesut Gürkzil (21): Wieso darf DER überhaupt für UNS spielen?“

„Melanie Behringer (25): Mel B. macht alles: Flanken, Pässe, Eckbälle, Torschüsse… kann aber allein nichts gegen die Schlamperei ausrichten. TRIKOTTAUSCH spricht aus, was alle denken: Außer Mel B. könnt ihr alle gehn!“ vs. „Salto-Miro Knipser-Klose (32): Kann allein inmitten dieser Gurken-Truppe nichts ausrichten. Miro, dich trifft keine Schuld! taz.de spricht offen aus, was nach der Schande von Durban ganz Zauber-Deutschland denkt, aber (noch!) niemand zu sagen wagt: Außer Miro (32) könnt IHR alle gehen!“

Schreib doch für die Bild du Türke!
Einige phalluistische Leser meinen in Yücels Artikel stilistische Mittel der Bild-Zeitung entlarvt zu haben. Welch scharfsinnige Erkenntnis! Wo waren sie damals eigentlich im Deutschunterricht als die sprachlichen Mittel der Satire besprochen wurden? Die Satire bedient sich häufig der Übertreibung – so auch mehr als deutlich und offensichtlich hier zu erkennen. Was wird nämlich übertrieben? Der ewige ekelhafte Bild-Hang zur Gemeinschaftsbildung (Ach was! Ist wohl niemandem aufgefallen?!).
„dicke Tränen kullern über UNSERE schwarz-rot-goldenen Zauber-Wangen… WIR fühlen UNS verraten, verkauft, gekickt… WIR sind… WIR sind…sprachlos“
In der Tat liebe sprachlose Bild: denn WIR hätten schonmal gar nicht UNSERE WM gewonnen. Deutschland hätte nicht SEIN Sommermärchen erlebt. Nein, 11 Spielerinnen hätten für IHR Team DIE WM der 16 weltbesten Damenschaften in IHREM Sport gewonnen. So wie WIR Weltmeister geworden wären, so hätten WIR gestern auch rausfliegen müssen. Stattdessen erfräute man sich in der Bild-Redaktion einer mehr als dämlichen Schlagzeile. „So weinen unsere Mädels“?! Gemäß der Bild gehört UNS scheinbar alles. Kommunistisches Gedankengut?

Doch das eigentliche Highlight des Artikels sind die vielen geistreichen Reaktionen in den Leserkommentaren, die streckenweise das Niveau einiger SPON-Foren erreichen. (Allein dafür: Danke Yücel für einen amüsanten Nachmittag! Besonders nach der gestrigen Enttäuschung.) Kommentare ohne Kommentar:

Ich glaub mir treten gleich die Augen aus dem Kopf. Dieser lächerliche Aushilfsschreiberling der nichtmal Deutscher ist meint hier abzulästern. Und dann noch auf TAZ. WER hat den hier eingestellt und ihm das Recht gegeben so etwas zu verbreiten? Ich bin schockiert. Verschwinde doch da hin wo du hergekommen bist. Und dann noch diese lächelnde Fratz auf dem Profilbild. Ich lösch diese Seite aus meinen Favoriten und war hier auch das letzt mal. Hallo????? was ist das denn hier? Ein Aussetzer? Sowas abartiges will hier keiner lesen.“ (Herr Mann – ehemaliger taz-Leser trotz nationalistischer Gedanken.)

„Ich hasse die taz – und das als Linker. Ich werde NIEMALS einen Cent für diese Zeitung ausgeben. Dass die Kolumne grottenschlecht ist, haben ja schon Tausende vor mir gesagt. Aber dass ausgerechnet ein Türke in einer deutschen Zeitung die Frage stellen darf, warum die Tochter eines Kameruners für UNS spielen darf, schlägt das Fass den Boden aus.“ (jovanotto – Linker taz-Hasser trotz oder grad wegen nationalistischer Gedanken?!)

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3 Antworten zu WM’11 Deniz Yücel Fußballgott

  1. ping65 schreibt:

    Einfach nur: Danke!
    Ich frage mich seit der Etablierung der TRIKOTTAUSCH-Kolumne, was mit dem einen oder anderen taz-Leser beim Konsumieren derselben passiert, und hoffe, es ist nur eine Jeckyl-Hyde-Variante und nicht die Offenlegung des unter der links-bürgerlichen Oberfläche Verborgenen.

  2. Sara schreibt:

    Dieser Kanake Yücel gehört an geköpft!!! Wo sind die Taliban wenn man sie mal braucht???

  3. Xoxoxochitl schreibt:

    Ähm, liebe Sara…?

    Woran gehört Yücel denn geköpft? Oder sind Sie auch eine von diesen deutschen Damen, die beim Kopfball nichts, aber auch gar nichts, treffen können und versuchen es darum überhaupt nicht erst?

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